Aber irgendwie auch völlig anders ...

Mit seiner Serienrolle als Felix Winterberg, dem Ururenkel des Physikers Albert Einstein, hat Tom Beck (38) aber so gar nichts gemeinsam. Der Schauspieler  ist bodenständig, gesellig und hat das lästige Schulfach Physik in der 10. Klasse abgewählt. Bevor er jetzt den durchgeknallten Hobbyermittler spielt, war er fünf Jahre bei der Autobahn-Polizei „Alarm für Cobra 11“. Im launigen Gespräch plaudert er offen über die fränkische Herkunft, die Kumpels und seine ständigen Schmerzen…

 

 Programmbezug: Donnerstags, „Einstein“, 20.15 Uhr, SAT.1

 

 

 

Ist es schwer Ihren Text zu lernen? Der Felix legt ein ganz schönes Tempo  vor …

Absolut, das war meine größte Herausforderung. Normalerweise tue ich mich leicht beim Text lernen. Doch die ganzen physikalischen Ausdrücke, die der Felix Winterberg da runterrasseln musste, waren schon intensiv. Da ich Physik in der 10. Klasse abgewählt habe, war es für mich umso schwerer.

 

In der Rolle zeigen Sie schon mal Ihre knackige Figur. Was tun Sie dafür?

Ich versuche schon diszipliniert zu sein, aber ich lebe halt auch gerne. Das geht nicht immer so konform. Wenn ich mich halbnackt vor der Kamera präsentiere, will ich schon ästhetisch rüberkommen. Doch ich lasse mich auch mal zwei Tage vorher von meinen Kumpels überreden mit denen Essen zu gehen und ein paar Bierchen zu genießen. Wie gut, dass ich gerne Sport mache und im Fitnessstudio aktiv bin. Da muss ich mich nicht an gewisse Zeiten halten wie beim Tennisverein. Jetzt habe ich auch noch „Headis" für mich entdeckt. Das habe ich 2015 bei dem  „TV Total“-Turnier mit Stefan Raab sogar gewonnen

 

Was ist denn das?

Das ist wie Tischtennis, nur mit dem Kopf. Seit ich erfahren habe, dass das an der Sportuni Köln gespielt wird, gehe ich dreimal die Woche hin.

 

Sind Sie ein Internet-Freak?

Ich war gerade bei Net-Cologne und habe mich beschwert, weil ich seit zwei Wochen kein Internet habe… Da merkt man mal, wie abhängig man davon ist. Aber als Freak würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich benutze es öfter als mir wahrscheinlich bewusst ist.

 

Können Ihre Eltern Heidi und Richard mit dem Internet umgehen?

Mein Vater hat sich am Anfang gegen ein IPhone gewehrt. Dann habe ich ihm vor einem Jahr eines geschenkt. Jetzt ist er happy und hat gerade „WhatsApp“ für sich entdeckt. Er schickt mir fast täglich Witz-Videos. Aber das volle Potential kann er noch nicht ausschöpfen. Ich finde es cool, dass er auf dieses Ding nicht angewiesen ist und noch völlig autark ist. Meine Eltern sind 64 und 68.

 

Haben Ihre Eltern die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, als Sie Schauspieler werden wollten?

Sie haben zumindest keinen Luftsprung vor Freude gemacht. Sie haben aber auch gesehen, dass für mich nicht so viele Berufe in Frage kommen. Ich war ein ganz miserabler Schüler, na ja, sagen wir eher faul. Ab der 10. Klasse habe ich die Schule schleifen lassen, aber mir selbst Abwesenheits-Entschuldigungen geschrieben. Ich war maximal zweimal die Woche noch da. Deshalb waren sie froh, dass ich etwas gefunden hatte, was mir Spaß macht. Vorher habe ich eben alles nur halbherzig gemacht. Sie haben gesehen, wie ich mich dann da reingekniet habe.

 

Wenn Sie nicht mehr viel Zeit zu leben hätten, so wie in Ihrer Rolle, was möchten Sie noch erleben?

Keine Ahnung wie ich bei einer solchen Diagnose reagieren würde. Entweder noch mal Vollgas geben und viel erleben oder es würde mich umhauen und depressiv werden lassen.

 


 

Wie ist denn Ihr Gesundheitszustand? Sie gehen ja auch schon auf die 40 zu…

Tatsächlich summiert es sich über die Jahre. Sachen, die ich vorher nicht ernst genommen habe, rächen sich jetzt.

 

Was meinen Sie damit?

Ich hatte mit 20 einen Bänderriss. Ich bin beim Tennis spielen ausgerutscht. Alle drei Bänder am Sprunggelenk waren durch. Die Kapsel war auch gerissen. Ich wurde operiert. Und meine Mutter sagte danach: ‚Kurier das richtig gut aus, mache Krankengymnastik. Im Alter wird sich das rächen. ‘

 

Was macht für Sie das Leben lebenswert?

Umgeben zu sein von Menschen, die man liebt. Die Umstände, in denen wir leben, sind sehr wertvoll. Wir sind frei, wir leben in einem demokratischen Land. Deshalb nutze ich die Zeit mit meinen Freunden sehr bewusst.

 

 Sind Sie ein Kumpeltyp?

Auf jeden Fall. Ich habe auch viele Freunde. Ich treffe mich gerne mit denen, liebe es über alles Mögliche zu philosophieren, zusammen Karten spielen, mal einen trinken gehen. Freundschaften sind mir wichtig, auch in schweren Zeiten füreinander da zu sein.

 

Ist Ihr Freundeskreis groß?

Ja. Und keine Sorge: ich hänge nicht nur mit Schauspielern ab – da würde ich ja wahnsinnig werden. (er lacht) Ich habe auch noch viele Kumpels von früher. Mein allerbester Freund Mirko lebt in Nürnberg. Da ich in Köln lebe, können wir uns nicht mehr so oft sehen. Aber dennoch sind wir sehr stark verbunden. Dann habe ich eine Männerrunde, mit denen ich zusammen die Fußball-Bundesliga oder Champions League gucke.

 

Welchem Verein drücken Sie die Daumen?

Bayern München.

 

Kochen Sie auch mal für Freunde?

Na ja, kürzlich wollten wir nur Fußball bei mir gucken und anschließend noch um die Häuser ziehen. Und da habe ich angeboten, als Grundlage, Spaghetti mit Pesto zu machen.

 

Und … sind Ihre Kochkünste gelobt worden?

Von wegen. Ich wurde hämisch ausgelacht. Das war den Jungs zu studentisch - aber ich war stolz auf mich! Immerhin stand ich eine Stunde in der Küche… Na ja, ist etwas übertrieben.

 

Fotos: © Jens van Zoest/ T&T

Text : © Petra Kaiser/ T&T