Vicky Leandros Tochter Sandra von Ruffin: Abonniert auf großen Rollen

 

Sie ist die Tochter von Vicky Leandros und dem stattlichen deutschen Baron Enno von Ruffin, sie ist Schauspielerin und inzwischen nur noch auf große Rollen abonniert. Jetzt ist Sandra von Ruffin wieder in einer großen Fernseh-Rolle zu sehen.

 

Wie geht es Ihnen?
Sehr gut! Ich bin dankbar über das Leben, welches ich führen darf, über meine Freunde und meine Familie und die vielen Menschen, die ich durch die Schauspielerei und durch Hellas Filmbox kennenlernen darf.
 
Sie werden ja wahrscheinlich ganz anders beobachtet, weil Sie die Tochter von Vicky sind?
Darüber mache ich mir keine Gedanken, weil es mich nicht interessiert.

Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Das weiß ich gar nicht so genau. Nach der Schule habe ich mal über den Job des Regisseurs nachgedacht. Und irgendwann habe ich die Schauspielerei entdeckt und gemerkt, wie viel Spaß mir das macht. Dafür brenne ich, gehe sehr darin auf.

Wie schwer ist es, in dem Job der Schauspielerin zu arbeiten?
So lange bin ich noch nicht dabei. Seit zwei Jahren bin ich mit der Schauspielschule fertig. Es geht in kleinen Schritten stetig voran.

Haben Sie Existenzängste?
Ja, habe ich. Gerade wenn man noch kein Selbstläufer ist und 30 Jahre im Geschäft ist. Denn dann kann man schon mal eine drehfreie Zeit genießen. Ich mache mir meine Gedanken, um die finanzielle Zukunft und das berufliche Vorankommen. Da spüre ich eine gewisse Unruhe.

Sie sind auf Gut Basthorst großgeworden…
… ja und ich hatte so eine unglaublich schöne Kindheit auf dem Land.  Wir konnten jeden Tag von morgens bis abends draußen herumtollen. Meine Freunde haben alle im Dorf gewohnt. Wir sind Fahrrad gefahren, haben in den Wäldern gespielt. Mit 16 begann dann eine neue Zeit für mich. Ich ging aufs Internat und danach in die Stadt. Ich bin sehr froh, dass ich in der Natur großgeworden bin.

Wie fühlt sich Landleben an?
Es gibt nichts Schöneres als barfuß über die Wiese zu laufen, die Sonne und den Wind zu genießen, sich dort hinzulegen und die Natur zu riechen. Für mich die schönste Sache, um zu mir selbst zu finden und Kraft zu schöpfen. Auch heute noch.

Können Sie Tiergeräusche erkennen?
Müsste ich eigentlich, weil ich auch meinen Jagdschein habe. Da lernt man das nämlich.

Hamburg ist nicht so weit weg…
Wir waren selten in der Stadt. Für uns wirkte das immer wie ein riesiger Ausflug ins ferne Hamburg, so als ob man heute eine Reise nach New York plant. Wennwir mal in Hamburg waren, ein paar Mal im Jahr, waren wir meist im Kino, aufm Dom oder in Hagenbecks Tierpark.

Wie leben Sie in Berlin, wenn Sie nicht drehen?
Morgens ist erst einmal Sport angesagt. Bewegung gehört für mich zum guten Lebensgefühl dazu. Dann frühstücke ich, lese Zeitung. Danach habe ich noch privaten Schauspielunterricht 2-3 Mal die Woche. Dort bereite ich mich entweder auf mein nächstes Projekt vor oder arbeite Texte nochmal nach, die mir beim Drehen schwer gefallen sind, oder mich auf irgendeine Weise noch weiterhin beschäftigen. Und wenn der Unterricht vorbei ist, ist meist schon Nachmittag. Dann treffe ich mich mit Freunden, esse etwas im Restaurant, schlendern durch Kreuzberg, gehen abends was trinken. Kochen ist leider nicht mein Ding. Ich habe mich nie so wirklich damit auseinander gesetzt.

Sind Sie in einer Beziehung?
Darüber rede ich ungern.

Wie viele griechische Gene von Mama Vicky stecken in Ihnen?
Viele. Wir sind sehr stark mit der griechischen Kultur, dem Leben, der Musik und natürlich dem Essen aufgewachsen. Wir waren oft die ganzen Sommerferien bei der Familie meiner Mutter in Griechenland. Das hat mich sehr geprägt.

Inwiefern?
Bin zweisprachig aufgewachsen. Griechisch ist viel temperamentvoller als die deutsche Sprache, viel melodischer und lauter. Für mich eine Sommersprache, gleichbedeutend mit draußen sein, schwimmen, Strand, Meer…

Haben Sie ein Lieblingsessen?
Es gibt kaum etwas, was ich nicht mag. Von Mousaka über frischen gegrillten Fisch, Taramas, Salat.

Wurde nur in den Ferien griechisch gesprochen?

Nein, auch zu Hause… Mein Vater hat das grinsend hingenommen. Ihm blieb nichts anders übrig…

Sind Sie oft in Griechenland?
Ja bei Freunden oder bei meinem Großvater Leo. Und ich arbeite dort auch.

Haben Sie  zu Ihrem Großvater Leo einen guten Draht?
Ja. Seine Leidenschaft zur Musik und zum Leben sind einzigartig.

Was haben Sie von Ihren Eltern mitbekommen?
Schwer zu sagen, wenn man 16 Jahre von den Eltern aufgezogen wurde. Ich habe so viele Werte von beiden mitbekommen. Ich differenziere da nicht gern. Ehrlichkeit, Respekt, Toleranz, Bescheidenheit, aber auch sich selbst nicht so ernst nehmen. Das Leben zu genießen und Spaß zu haben - das war meinen Eltern sehr wichtig.
Was haben Sie sich von Ihrer ersten Gage gekauft?­
Ich habe das Geld gespart. Klingt langweilig, oder?

Nein überhaupt nicht. Im Gegenteil…
Aber von der vierten Gage habe ich mir dann ein paar Schuhe von Jil Sander mit 15 Zentimeter Absatz gekauft. Die sind immer noch meine Lieblingsschuhe.

Haben Sie unerfüllte Träume?
Eigentlich bin ich nicht der Typ, der große Träume hat. Ich bin viel mehr Realistin, die von Schritt zu Schritt geht und denkt.

 

Fotos: © Thomas Lüders

Text: © Petra Kaiser