Lisa Maria Potthoff spielt in einem Mutter – Tochter – Krimi und erzählt, wie bei ihr Karriere, Mutter und Familie korrespondieren…

Gerade ist sie ziemlich erfolgreich im Kino zu sehen: Mit "Schweinskopf al dente" hat sie (bisher) über 500 000 Zuschauer. Im Fernsehen ist sie regelmäßig in „Der Usedom-Krimi“ als taffe Ermittlerin mit Mutter-Konflikt zu sehen. Im Interview erzählt Lisa Maria Potthoff – privat mit Ehemann und zwei Töchtern in Berlin glücklich – wie diese glückliche Familie mit ihrer Karriere – und ihrer Mutter - korrespondiert….

Wie ist denn Ihr Verhältnis zu Ihrer Mama?
Also, sehr eng und um einiges konfliktfreier. (sie lacht). Das Mutter-Tochter-Verhältnis ist generell schon sehr besonders. Kann auch großes Konfliktpotential haben. Meine Mutter und ich sagen uns offen unsere Meinung. Direkte und klare Worte sind uns sehr wichtig. Das führt natürlich manchmal zu Konflikten. Das Schöne ist aber auch daran, dass wir das aushalten.

Haben Sie ein Beispiel, wenn es zwischen Ihnen und Ihrer Mutter brodelt?
Bei uns kommt es gerne mal zu Diskussionen, wenn es um meine beiden Töchter geht. Die eine ist sieben, die andere zwei. Die beiden sind heiß geliebt von Oma und natürlich auch Opa. Wenn ich dann mal einen strengen, erzieherischen Satz fallen lasse, kann ich gewiss sein, dass meine Mutter das versucht zu relativieren und mit Sicherheit sagt: ‚Na ja, das konnte sie doch auch nicht wissen. ‘ Das nervt, denn ich kann doch meinem Kind mal kurz die Meinung sagen! Meine Mutter will, dass ich viel mehr durchgehen lasse. Aber ich bin die Alltagserziehende und muss konsequenter bleiben als sie. Das versteht sie nun mehr und mehr (lacht).

Wie bekommt man denn eine intakte Ehe hin?
Ich weiß es nicht! (lacht) Stete Arbeit? Eine Beziehung ist ein immer währender Prozess. Das sind immer unterschiedliche Phasen. Das ist genauso, wenn man Kinder in die Welt setzt. Nachdem das Kind durchschläft ist man total happy. Endlich durch. Aber schwups kommt die nächste Phase. Partnerschaft und Kindererziehung ist eine Aneinanderreihung von Fort- und Rückschritten. Auf eine tolle Phase kommt eine Phase, wo man sich nur nervt und auch umeinander ringen muss. Ich denke, wichtig ist, dass man immer im Dialog bleibt und eher zu viel als zu wenig spricht. Das sehen Männer oft anders, ist wohl genetisch so. Dann muss man eben einen Mittelweg finden. Eine immer währende Herausforderung.

Ihr Mann ist Westfale. Ein besonderer Menschenschlag?
Er ist Ostwestfale und denkt, dass das etwas ganz Besonderes ist (lacht). Torsten kommt aus Bielefeld - eine Stadt, die es wirklich gibt. Eine Charaktereigenschaft des Ostwestfalen ist angeblich die Knappheit der Worte…

Haben Sie ein Beispiel?
Wenn man einen Kölner fragt, wie es ihm geht, würde er wortreich erklären, dass alles super ist. Der Ostwestfale sagt lediglich: ‚Joo‘.

Was macht er beruflich?
Er arbeitet in einer TV-Produktionsfirma

 

Wie sieht denn Ihr Privatleben aus?
Wir reisen gerne. Bald gehe ich mit einer Freundin in die Berge eine Hüttentour machen. Wir sind auch sehr musikalisch. Mein Mann spielt oft Gitarre. Ich reite gerne, wie mittlerweile auch meine älteste Tochter, die gerne zum Reitunterricht gehe. Aber das ist eher unspektakulär, ich liebe die Normalität. Wir haben einenriesigen Garten und sitzen so oft es geht gemütlich auf der Terrasse und starren voller Begeisterung in unseren großen Kirschbaum. Mein Beruf bringt genug Unwägbarkeiten mit sich, deshalb liebe ich privat das Unaufgeregte.

Ist Ihre älteste Tochter schon eingeschult?
Ja, sie ist seit fast einem Jahr in der Schule. Jetzt haben wir eine neue, festgelegte Struktur in unserem Leben. Während der Kita-Zeit konnte man improvisieren, sie einfach beurlauben und zu Dreharbeiten mitnehmen. Wir als Eltern waren die Entscheider, was passiert. Das wird jetzt anders.

Wie fördern Sie Ihre Kinder?
Ich hoffe, ich tue es und verhindere nicht! (lacht) Ich hoffe, dass ich meinem Kind nicht zu viele Steine in den Weg lege. Ich fördere sie musikalisch, denn Musik ist meiner Meinung nach für alle Bereiche im Leben sehr wichtig. Egal ob man einen kreativen Beruf einschlägt oder auch nicht. Wir versuchen, die Kinder, besonders die Große, ernst zu nehmen.

Ist die Große eine liebevolle ältere Schwester?
Ja, trotz des großen Altersunterschieds von fünf Jahren klappt das prima. Bei ihr springen schon ganz viele Mutter-Gene an.

                                          Fotos: © Jens van Zoest

                                         Text: © Petra Kaiser