Heiner Lauterbach ist jetzt auch Produzent und spielt mit seiner Tochter in einem Krimi-Zweiteiler

Zum Jahresauftakt ist Heiner Lauterbach zusammen mit seiner Tochter Maya im zweiteiligen ARD-Thriller „Spuren der Rache“ zu sehen. Er hat uns erzählt, dass er jetzt auch Produzent ist und wie die Zusammenarbeit mit der kleinen, 13-jährigen, weiblichen Hauptdarstellerin war ….

Zum Jahresauftakt ist Heiner Lauterbach zusammen mit seiner Tochter Maya im zweiteiligen ARD-Thriller „Spuren der Rache“ zu sehen. Er hat uns erzählt, dass er jetzt auch Produzent ist und wie die Zusammenarbeit mit der kleinen, 13-jährigen, weiblichen Hauptdarstellerin war ….

 

Programmbezug: 2. & 4. Januar, „Spuren der Rache“, jeweils 20.15 Uhr, ARD

 

Sie haben mit ihrer Tochter als weibliche Hauptdarstellerin einen Krimi gedreht. Erzählen Sie uns etwas dazu?

„Als Action-Thriller würde ich den Film nicht bezeichnen. Da ist zwar ein bisschen Action drinnen, aber es ist ein Rache-Thriller. Man darf nicht zu viel verraten, aber die Geschichte handelt von einem Mann, den ich darstelle, der bei einem Bomben-Attentat seine Familie verliert und dann dem Drahtzieher des Attentats zu Leibe rücken will.“


Spielt Ihre Tochter Maya Ihre Film-Tochter?

„Nein, Maya spielt nicht meine Tochter, denn die explodiert gleich am Anfang. Maya spielt die Tochter des Auftraggebers dieses Anschlags, an die ich mich heran mache, als Hauslehrer in Tanger, in Marokko. Das bringt Konflikte mit sich, weil das Kind fast in dem Alter der Tochter des Opfers ist und der Mann partout keine persönliche Beziehung mit ihr aufbauen will, aufgrund der Vorgeschichte, die das Mädchen nicht kennt.“

 
Sie haben den Film auch produziert?

„Ich habe auch mitproduziert und war in die ganze Sache sehr eingespannt, zumal ich auch meine Tochter gecoacht habe. Wir haben uns auf diese Arbeit extrem gut vorbereitet. Das war eine sehr intensive und anspruchsvolle Zeit.“


Und wie ist Ihre Tochter als Schauspielerin?

„Maya ist einfach klasse!

 
Haben Sie eigentlich überhaupt noch Lust zum Schauspielern – oder wollen Sie jetzt die Seiten wechseln?

„Ich bin dankbar dafür, dass ich einen Beruf habe, den ich so sehr liebe und dafür, dass dieser Beruf so abwechslungsreich ist, so dass ich nicht jeden Tag von „9 to 5“ ins Büro muss.“

 

Also, Sie bleiben Schauspieler?

„Ich bin sehr froh, dass ich einen Beruf habe, der sehr meinem Naturell entspricht. Wenn es einmal richtig heiß zur Sache geht, dann drehe ich auch bis fünf Uhr morgens und stehe meinen Mann, bin hochkonzentriert, und das über Wochen und Monate. Aber dann habe ich auch wieder Phasen, wo ich es gerne ein bisschen ruhiger angehen lasse."

 


Ein guter Film-Produzent muss auch ein guter Finanzminister sein – sind Sie auch einer oder ist das bei Ihnen zu Hause mehr Ihre Frau?

„Ganz sicher ist meine Frau zu Hause die Finanzministerin. Viktoria stammt aus dem Libanon und die sind in der Regel sehr gute Geschäftsleute. Meine Frau macht das sehr gut und auch sehr gerne, und ich fühle mich da bei ihr auch sehr sicher und gut aufgehoben.“


Sind Sie gerne Gentleman?

„Grundsätzlich bin ich ganz gut erzogen worden, hauptsächlich von meiner Mutter, die auf solche Dinge großen Wert gelegt hat. Ich mache aber generell Menschen gerne Freude. Ich bringe anderen gerne einen Kaffee mit. Ich finde solche Gesten sehr schön unter Kollegen.“

 
Wie wichtig ist Ihnen eine gute Arbeitsatmosphäre?

„Sehr wichtig. Hier ist auch der Weg das Ziel, denn Drehzeit ist Lebenszeit. Ich meine, wenn man in einer grausigen Produktion steckt, mit einigen Idioten und nicht mehr normalen Menschen, dann kann ich nichts dagegen machen. Dann muss ich die Sache zu Ende bringe. Aber, schön ist das nicht!

 
Sie brauchen also grundsätzlich gute Stimmung am Set?

„Für mich ist das enorm wichtig. Ich finde, eine gute Arbeitsatmosphäre ist überall wichtig, ob man Buchhalter ist oder Metzger. Bei uns Schauspielern ist es vielleicht noch ein Stück wichtiger, weil die Qualität der Arbeit ansonsten darunter leiden kann. Wenn man eine Liebesszene hat, mit einer Partnerin die sie auf den Tod nicht ausstehen können, dann ist das schwierig, so etwas glaubhaft darzustellen. Abgesehen davon, dass es überhaupt gar keinen Spaß macht. Aber rein professionell gesehen würde ich behaupten, dass man es hinterher im Film sieht. So gut kann man sich gar nicht verstecken. Wenn Sie den Partner aber wirklich mögen, im Idealfall ist es Ihr eigener Film-Partner, dann sieht man das genauso. Dann entsteht etwas unglaublich Wahrhaftiges – und das ist das Ziel unserer Arbeit.“


Glauben Sie, das Publikum sieht das?

„Garantiert fällt das auch dem Publikum auf. Ich habe das Publikum nie unterschätzt. Die Menschen haben eine feine Antenne und sagen dann: Irgendetwas hat nicht gestimmt.“

 

30 Jahre nach Ihrem Kinohit „Männer“ – wie wichtig ist Männerfreundschaft für Sie?

„Ich habe schon einige Männerfreundschaften. Wenn ich aber eine nette Frau habe, mit der ich befreundet bin, dann ist das für mich genauso schön. Generell ist für mich Freundschaft eine wichtige Sache in meinem Leben. Liebe und Freundschaft, diese Gefühle, sind für mich das Elixier eines Menschenlebens.“

 

Fotos: © Dorothee Falke / T&T  (2), Marc Schultz-Coulon / T&T (2)

Text: © Wolfgang Wittenburg / T&T