Erol Sander erzählt …

 

... wie gefährlich Dreharbeiten in der Türkei sind und was er gegen seine Angst unternimmt:  „Unsere Ängste dürfen unser Leben nicht bestimmen!“

Die Dreharbeiten in der Geburtsstadt Erol Sanders, Istanbul, werden immer gefährlicher! Aus Sicherheitsgründen musste die Produktion „Mordkommission Istanbul“ zuletzt sogar zum Drehen in die Vier-Millionen-Stadt Izmir ausweichen – dort sind für 2017 zwei weitere Krimis produziert worden. Wir haben mit Erol Sander – verheiratet mit Caroline und Vater von Marlon (13) und Elyas (6) – über seine letzten Dreharbeiten in Istanbul gesprochen, welche Ängste hat er und was er dagegen unternimmt …

Zuletzt ist die Produktion Ihrer Reihe von Istanbul nach Izmir verlegt worden – aus Sicherheitsgründen. Haben Sie bei den Dreharbeiten die Gefahr gespürt?

„Ich denke, dass Unsicherheits-Gefühl ist weltweit gestiegen. Unsere Filmproduktion geht mit dem Thema Sicherheit sehr sorgsam um und trifft letztendlich die Entscheidungen im Team – und ich vertraue meiner Produktion. Im Moment ist der Terror weltweit sehr in den Schlagzeilen. Das macht einen nachdenklich und betroffen. Wir müssen aber weiter nach vorne schauen und unsere rationalen Ängste dürfen unser Leben nicht bestimmen. Dann wäre das Leben nicht mehr lebenswert.“

 

Was tun Sie gegen Ihre Angstgefühle?

„Natürlich haben wir das politische Geschehen vor Ort und weltweit mitbekommen. Wie schon erwähnt, unsere rationellen Ängste sollten nicht unser Leben bestimmen, dann wäre das Leben nicht mehr lebenswert. Wir konzentrieren uns in der Türkei auf unsere Arbeit und ich kann sagen, dass das gesamte Team diese immer wieder gern mit Leidenschaft und Hingabe umsetzt.“

 

 

 

Halten Sie wegen der Terror-Gefahr anderen Kontakt zu Frau und Kindern?

„Meine Frau und ich sind  immer in ständigem Kontakt, egal, was passiert. Als wir die beiden Folgen ,Mordkommission Istanbul‘ in Izmir gedreht haben, ist meine Frau zu Besuch gekommen. Generell versuchen meine Frau und ich, nicht länger als 14 Tage voneinander getrennt zu sein.“

 

Warum?

„Wir haben im letzten Jahr den Zweiteiler gedreht und dann noch zwei weitere Einzelfilme. Dafür war ich vier Monate in der Türkei zum Arbeiten und dann noch mal für zwei Monate in Deutschland unterwegs. Grundsätzlich ist es meiner Frau und mir wichtig, nicht länger als zwei Wochen voneinander getrennt zu sein. Entweder komme ich dann wieder zur Familie nach München oder sie besucht mich an meinem Arbeitsort. Wir bleiben immer in Kontakt!“

 

Und Ihre zwei Söhne?

„Wenn Ferien sind, besuchen mich auch meine Kinder bei der Arbeit. Marlon wird bald 14 Jahre alt und er wächst momentan so stark, dass ich befürchte, er holt seinen Vater bald ein.“

 

Bei „Mordkommission Istanbul“ begehen Menschen oft Verbrechen des Geldes wegen. Was meinen Sie dazu?

„Geld hat einen festen Stellenwert auf der ganzen Welt. Geld zu haben, beinhaltet die Möglichkeit, sich gewisse Träume zu erfüllen und mehr Zufriedenheit zu erreichen. Geld macht unser Leben schneller. Geld zwingt uns, gewisse Aufgaben zu erfüllen, was sicher mehr Nachteile, als Vorteile hat.“

 

Wie wichtig ist Geld für Sie persönlich?

„Persönlich ist mir Geld nicht wichtig, aber für die Absicherung meiner Familie ist es unentbehrlich. Für mich herrscht immer noch der Grundsatz: Geld ist eine Konsequenz aus Arbeit.“

 

Sind Sie grenzenloser Optimist?

„Ich sage, jeder soll für seine Erfahrungen leben und die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin ein positiv eingestellter Mensch, der immer optimistisch in die Zukunft schaut. Man darf aber nicht vergessen, das Berufsleben ist hart, es gibt immer wieder Barrieren, die man überwinden muss.“

 

Was brauchen Sie zum Glücklichsein?

„Meine Frau, meine Kinder, meine Hunde und vielleicht ein bisschen mehr Frieden auf dieser Welt!“

 

Haben Sie Wünsche?

„Familiär bin ich mit dem Ist-Zustand glücklich und zufrieden. Ich wünsche uns Gesundheit.“

 

Wie begegnen Sie den Leuten auf der Straße?

„Respektvoll und aufmerksam. Meinem Publikum schenke ich Zeit mit großer Dankbarkeit dafür, dass sie mich schätzen und meine Filme gerne sehen. Denn was will ein Schauspieler ohne Publikum? Bei ihnen muss ich mich bedanken, dass mein Traum und meine Leidenschaft in Erfüllung gegangen ist.“

 

Fotos: © Markus Nass

Text: © Wolfgang Wittenburg